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Bräuche zum Mai
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Bräuche zum Mai

Er steht vor der Tür und wird begeistert mit zahlreichen Festen empfangen: Vielerorts feiern die Menschen seit Jahrhunderten den Mai mit zahlreichen Bräuchen. Wir stellen Ihnen die am häufigsten verbreiteten Traditionen rund um den ersten Mai vor. Dabei ist schon am Vorabend ‚die Hölle los‘, denn in der Walpurgisnacht treffen sich der Sage nach die Hexen auf dem Blocksberg im Harz zum Hexensabbat. Ursprünglich wurde zu Beginn des Monats der Frühling mit seiner Fruchtbarkeit gefeiert. Im Laufe der Christianisierung änderte sich die Bedeutung entsprechend, zumal der erste Mai zum Tag der heiligen Walburga wurde.

Die Walpurgisnacht und der Tanz in den Mai

War diese Nacht ohnehin berühmt-berüchtigt und sagenumwoben, so erlangte sie vor allem durch Goethes Faust große Popularität. Dort zeigt Mephisto persönlich, wie vergnüglich es unter den Hexen zugeht. Auch heutzutage geht es auf dem Brocken teuflisch zur Sache, denn schaurig-dämonisch feiern unzählige Hobbyhexen in ausgelassener Stimmung. Dabei ist der Tanz in den Mai weit verbreitet und wird deutschlandweit in Stadt und Land zu einem Großereignis. Dort allerdings soll es die bösen Geister eher vertreiben und den Frühling willkommen heißen. Es wird dazu vielerorts ein Maifeuer entzündet, das bisher die meisten Hexen auch recht erfolgreich ferngehalten hat. Auch ein Sprung über das glimmende Feuer zu später Stunde hat sich mancherorts als Brauch erhalten. Doch sollte in einigen Regionen vor dem Tanzen der eigene Garten gesichert werden, denn möglicherweise fehlt am nächsten Morgen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Zudem sind in der sogenannten Freinacht ab und zu ‚Streiche‘ üblich, die nicht immer im Rahmen des guten Geschmacks bleiben. Sind alle Vorkehrungen weitestgehend getroffen, so machen es sich die Hexenjäger mit einer schmackhaften Maibowle gemütlich und bitten das Herzblatt zum Tanze. Findet eine Dame seinen Liebsten beim Fest nicht vor, so ist er womöglich mit dem Maistrich beschäftigt, der – meist mit Kreide – die Häuser der Verliebten verbindet.

Der erste Mai

maypoleDa der erste Mai in Deutschland als gesetzlicher Feiertag gilt, kann lange und ausgiebig gefeiert werden. Doch wartet am Morgen schon der nächste Brauch: Das Maibaumaufstellen erfreut sich als großes Fest in Dörfern und Städten großer Beliebtheit. Geschmückt und standesgemäß mit Musik und Tanz begleitet, wird seine Platzierung zu einem wahren Ritual. Allerdings ist auch dabei ein wachsames Auge gefordert, denn einfallsreiche Diebesbanden (die meist nicht mit dem Teufel im Bunde sind) lassen sich allerlei Tricks einfallen, den Maibaum zu stehlen. Der wird üblicherweise durch Bier und Speisen u.ä. ausgelöst und wiedererlangt. Doch auch im Kleinen gibt es sogenannte Liebesbäume: Dort stellt der Verliebte seiner Dame einen Baum vor die Tür – anonym oder mit Bekennerschreiben.

Der Mai läutet die warme Jahreszeit ein und zeigt an den Blüten seine Fruchtbarkeit. So haben sich seit Jahrhunderten viele Traditionen erhalten, die von Region zu Region verschieden sind. Tanz und Musik sind dabei die überall anzutreffenden Konstanten zwischen Hexensabbat und Maibaumfest. Wir von erlebnisgeschenke.de wünschen Ihnen eine freudige Walpurgisnacht und einen gelungenen Start in den ersten Mai!

Rouven Hegemann

Autor: Rouven Hegemann


Rouven arbeitet in der Online-Redaktion von erlebnisgeschenke.de und brennt darauf, über abwechslungsreiche und interessante Neuigkeiten zu berichten. Da er Literaturwissenschaften und Philosophie studiert hat, liebt er Sprache und tobt sich beim Verfassen seiner spannenden Texte richtig aus. Unternehmungslustig wie er ist, berichtet er liebend gerne über die verschiedensten Erlebnisse und lässt dabei seiner Kreativität freien Lauf. Überzeugen Sie sich selbst!

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