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Faszination Marathon – die magischen 42,195 Kilometer
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Faszination Marathon – die magischen 42,195 Kilometer

Die marathonische Strecke beträgt exakt 42,195 Kilometer – die Königsdistanz für jeden Langstreckenläufer, egal ob Spitzenathlet oder Hobby-Läufer. Einige träumen davon, ein Mal im Leben einen Marathon zu laufen, aber nur wenige verwirklichen diesen Traum. Andere halten Teilnehmer von Marathonläufen für ausgemachte Spinner.

Läufer durchquert Ziellinie

Das einzige Ziel eines nicht-professionellen Läufers beim Marathon ist es, die knapp 42,2 Kilometer zu „finishen“. Der Fokus liegt allein darauf, ins Ziel zu kommen – egal wie und egal wie lange es dauert. Durchschnittlich überqueren die Läufer nach einer Zeit von 4:41.33 Stunden die Ziellinie. In diesen Stunden hat ein Marathonläufer eine wahre Gefühlsachterbahn durchlebt: von der anfänglichen Euphorie, über das harte Durchbeißen ab Kilometer 30 bis zum Höhenrausch auf den letzten Kilometern und die erlösende Überquerung der Ziellinie.

Woran liegt es, dass diese magische Zahl – 42,195 Kilometer – so eine Faszination und Ehrfurcht auslöst? Wir gehen dem Mythos Marathon auf den Grund:

 

Der Marathon: Entstehungsgeschichte

Der Ursprung des Marathons liegt in der Geschichte des Griechen Pheidippides. Im Jahr 490 v. Chr. fand die Schlacht bei Marathon statt, in der sich Perser und Athener gegenüberstanden. Überraschend gewannen die Athener die Schlacht und Pheidippides wurde beauftragt, die frohe Botschaft nach Athen zu bringen. Der Bote ist von Marathon nach Athen gelaufen, was einer Strecke von ca. 40 Kilometern entspricht. Nachdem er sein Ziel erreicht hatte, soll er „Wir haben gesiegt“ verkündet haben und dann tot zusammengebrochen sein.

Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit, die 1896 in Athen stattgefunden haben, wurde in Anlehnung an den Botenlauf des Pheidippides der Marathonlauf über 40 Kilometer in den Wettkampf aufgenommen. Während die Strecke in den folgenden Jahren nur „Pi mal Daumen“ ausgemessen wurde, manifestierte sich die Länge von 42,195 Kilometern bei den Olympischen Sommerspielen 1908 in England. Der Startpunkt der Marathonstrecke war Schloss Windsor und auf Wunsch des Königshauses sollten die Läufer vor dem Ziel an der königlichen Loge im White City Stadium vorbeilaufen. Das ergibt exakt 26 Meilen und 385 Yards – 42,195 Kilometer. Noch heute kommentieren die englischen Marathonis diese zusätzlichen Meter mit einem „God save the Queen!“. 1921 wurde die Marathonstrecke offiziell auf 42,195 Kilometer festgesetzt.

Ein weiterer Marathonmythos ist der Mann mit dem Hammer. Angeblich wartet dieser bei Kilometer 35 auf die Läufer und schlägt diejenigen nieder, denen die Energie ausgeht. Im übertragenen Sinne ereilt die Marathonläufer bei dieser Kilometerzahl ein extremer Leistungseinbruch, da sich der Körper ab diesem Zeitpunkt die Energie allein durch die Verbrennung von gespeicherten Fettzellen holt. Die Folge ist ein erhöhter Sauerstoff- und Energieverbrauch, der ein Leistungstief mit sich zieht. Einzige Motivation: Es geht allen Läufern gleich und wer sich durch dieses Tief durchgebissen hat, hat das Ziel quasi schon vor Augen!

 

Binden von LaufschuhenAchterbahn der Gefühle während eines Marathonlaufs

42,195 Kilometer legt mancher Normalbürger selbst mit dem Fahrrad nur ungern zurück. Warum also laufen Menschen freiwillig diese Strecke und schinden sich bis an ihre physischen und psychischen Grenzen? Es ist die ultimative Herausforderung. Dem inneren Schweinehund den Kampf anzusagen, am Start zu stehen, Tiefs zu überwinden, in die Phase des Runner’s High zu gelangen, in dem einen ein Hochgefühl sondergleichen erfüllt, und den Finisher-Taumel und den Stolz im Ziel genießen. Eine Achterbahn der Gefühle und der Kampf gegen sich selbst – das zeichnet das Marathonerlebnis aus und darauf brennen alle Teilnehmer.

Die Aufregung vor dem Start weicht nach den ersten Kilometern einem Euphorie-Gefühl, was für einen guten Start man erwischt hat und wie leicht sich die Beine anfühlen. Man genießt den Lauf durch die Straßen voller Zuschauer, die einem begeistert zujubeln. Spätestens bei Kilometer 30 beginnt der innere Kampf. Experten behaupten sogar, dass ein Marathon erst jetzt wirklich beginnt. Die Beine werden schwer, die Ablenkungen durch Sightseeing und Publikum sind nicht mehr stark genug, um die körperliche Höchstanstrengung auszublenden. Doch wer sich die nächsten 10 Kilometer durchkämpft, erlebt auf den finalen 2,195 Kilometern einen nie gekannten Höhenrausch. Man hat das Ziel so nah vor Augen, die Menge tobt und die Beine laufen fast wie von allein. Im Ziel platzt man beinahe vor Stolz und fühlt sich unbesiegbar!

 

Die World Marathon Majors – die Crème de la Crème der Marathons

Die World Marathon Majors (WMM) umfasst sechs der größten und bekanntesten Marathons weltweit:

  • BMW Berlin-Marathon
  • B.A.A. Boston Marathon
  • Bank of America Chicago Marathon
  • Virgin Money London Marathon
  • TCS New York City Marathon
  • Tokyo MarathonMarathonläufer Rückansicht

Durch den Zusammenschluss dieser Marathons zu den WMM im Jahr 2006 versprechen sich die Veranstalter eine Weiterentwicklung des Laufsports, einen steigenden Grad an Aufmerksamkeit für die Eliteathleten und ein stärkeres öffentliches Interesse an den Eliterennen.

Deutschlands bekanntestes Laufspektakel – der BMW Berlin-Marathon – findet am 27.September statt. Die Hauptstadt verwandelt sich an diesem Marathon-Wochenende in eine wahre Läuferoase. Über eine Million Zuschauer und über 80 Live-Bands tragen die ca. 40.000 Teilnehmer aus mehr als 100 Nationen über die 42,195 Kilometer lange Strecke. Die Energie aus dem Publikum überträgt sich auf die Läufer und sorgt für eine einzigartige und motivierende Stimmung. Die Zielüberquerung kurz nach dem Brandenburger Tor bietet die perfekte Kulisse, um das unvergessliche Erlebnis für immer ins Gedächtnis zu brennen und den Stolz über seine eigene Leistung zu genießen!

 

Ein Schmankerl der Jogging-Kultur…

Auf 42,195 Kilometern laufen die Marathonis an so manchem Sightseeing-Spot oder architektonischen Besonderheit der jeweiligen Stadt vorbei. Während eines Marathons können die Läufer die Einzigartigkeit des Ortes oftmals nicht würdigen, da Sie zu sehr mit sich, ihrem Körper und ihrem Laufrhythmus beschäftigt sind. Wie wäre es da mit Sightjogging? Wie bei einer normalen Stadtführung erfahren Sie allerlei Wissenswertes über Historie und die Kultur der Stadt, haben aber den Zusatz, dass Sie den Rundgang im Jogging-Tempo machen. Sie machen Sport und lernen nebenbei die örtlichen Highlights kennen – ein einmaliges Erlebnis!

 

Hat Sie das Marathonfieber gepackt?

Das berauschende Gefühl spüren, wenn man die 42,195 Kilometer-Marke überschreitet. Sich der vielleicht größten Herausforderung eines jeden Hobby-Sportlers stellen. Vom Erlebnis Marathon träumen viele! Haben Sie Vertrauen in sich und packen Sie es an – der erste Schritt ist bekanntlich immer der Schwerste. Und wenn Sie sich nicht gleich die volle Strecke zutrauen, bieten Marathon-Veranstaltungen meistens auch Teilstrecken oder sogar Staffelläufe an.

 

 

 

 

 

Tamara Frei

Autor: Tamara Frei


Tamara liebt das Spiel mit den Worten und schreibt begeistert für das erlebnisgeschenke.de Magazin. Durch inspirierende und unterhaltsame Texte möchte sie dazu beitragen, dass die Menschen sich wieder daran erinnern, wie erfüllend Schenken und Erleben ist. Sie ist überzeugt, dass Schenken genauso viel Freude bereitet wie beschenkt zu werden.

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