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Orangenschlacht und Männer auf High Heels – Die  6 skurrilsten Karnevalsbräuche der Welt
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Orangenschlacht und Männer auf High Heels – Die 6 skurrilsten Karnevalsbräuche der Welt

Da simmer dabei, dat es prima, Viiiiva Colonia – die Jecken sind wieder los! Während in Köln eifrig Prunksitzungen abgehalten und unendliche Büttenreden geschwungen werden, setzt man in Rio de Janeiro und Venedig auf heiße Sambarhythmen und geheimnisvolle Maskenbälle. Doch auch abseits der berühmten Karnevalshochburgen feiert man ausgelassen die 5. Jahreszeit: Wir stellen euch die sechs verrücktesten Faschingsbräuche der Welt vor!

1. Puerto de la Cruz: Stöckelschuhlauf der Männer

Wenn sich die Männer von Puerto de la Cruz plötzlich in enge Frauenkleider zwängen, High Heels mit mindestens 12 Zentimetern Absatz tragen und dann auch noch versuchen, damit einen Hindernisparcours zu überwinden, dann kann nur Karneval auf Teneriffa sein! Verlorene Kostüme, abgebrochene Absätze und spektakuläre Stürze sind hierbei an der Tagesordnung. Bei diesem Karnevalsbrauch der etwas anderen Art kann es auch schon einmal vorkommen, dass ein Polizist von dem ein oder anderen übermütigen Teilnehmer einen liebevollen Schmatzer aufgedrückt bekommt.

2. Ivrea: Orangenschlacht in ItalienCarnevale Ivrea

3.000 mit Helmen und Orangen bewaffnete Krieger stehen sich in einem überschaubaren Städtchen im Piemont gegenüber – im Begriff, sich eine erbitterte Orangenschlacht zu liefern. Pro Schlacht werden etwa 15-200 Kämpfer durch die bunten Vitaminbomben verletzt und als Kollateralschaden hingenommen. Seinen Ursprung hat die kuriose Schlacht im Mittelalter, als die Einwohner Ivreas mit Hilfe von essbaren Wurfgeschossen versuchten, einen unbeliebten Feudalherrn loszuwerden. Heute erinnert dieses sonderbare Ritual an den glorreichen Sieg der Bürger über die Schreckensherrschaft.

3. Schokosoße und Rohölschlamm in Trinidad und Tobago

Einheimische zelebrieren den Karneval in Trinidad und Tobago als „The Greatest Show on Earth“ mit Calypso, Steeldrums und dem „Wining“, einem erotischen Tanz. Als absolutes Highlight der schrillen Festivitäten gilt der „J’ouvert“ – ein prachtvoller Festumzug, bei dem nur Kleider getragen werden dürfen, die danach weggeworfen werden. Doch das ist längst nicht alles: Die feierwütigen Narren beschmieren sich gegenseitig mit Schokosoße und Rohölschlamm, um die Kluft zwischen Arm und Reich zu überbrücken. Bevor sich die Festteilnehmer nach dem Umzug in ihren Hotelzimmern von den Strapazen erholen dürfen, müssen sie sich erst an Außenduschen den Schlamm und die Schokolade abbrausen und danach in Unterwäsche die Hotellobby durchqueren.

Fasnet-Umzug in Elzach

4. Wolfach: Mehlwurmhanseln und verrückte Nasen

Eine ulkige Nase, eine links gewendete Jacke, ein seltsamer Hut und ein Gegenstand, der möglichst viel Krach macht. Das sind die Hauptmerkmale der etwa 300 ausschließlich männlichen Narren des baden-württembergischen Ortes Wolfach. Die sogenannten „Mehlwurmhanseln“ dominieren seit jeher das Stadtbild am Faschingsdienstag – ganz in Weiß gekleidet und früher sogar noch mit Speck und Mehl geschminkt. Heute tragen die meisten Umzugsteilnehmer nur noch eine hölzerne Maske, die sogenannte „Larve“. Aber wehe, eine Frau wird bei dem Versuch erwischt, sich verkleidet unter die Männer zu mischen – dieses gescheiterte Wagnis endet meist mit einem unfreiwilligen Bad im Dorfbrunnen!

5. Das Begräbnis der Sardine auf den Kanarischen Inseln

Eine übergroße Sardine aus Pappmaschee wird von einer schwarz gekleideten, trauernden Menschenmenge verbrannt und anschließend wehmütig beerdigt. Dieses außergewöhnliche Bestattungsritual wird mit einem farbenprächtigen Feuerwerk untermauert und soll das Ende des Karnevals auf den Kanarischen Inseln einläuten. Allerdings kommt es häufiger vor, dass an manchen Orten die Sardine bereits beerdigt wurde, während an anderen Orten die Party erst ihren Höhepunkt erreicht.

6. Rodeln für eine gute Ernte in Finnland

Dieser Faschingsbrauch geht auf einen alten finnischen Aberglauben zurück: Die Ernte wird umso besser, je mehr man rodelt. Deshalb schnappen sich die Finnen am Faschingsdienstag („Laskiainen“) ihre Schlitten und düsen über die Pisten. Um bei dieser sportlichen Aktivität bei Kräften zu bleiben, wird traditionell eine Erbsensuppe serviert und als süßen Nachtisch lassen sich die Finnen Laskiaispulla schmecken – eine Art Heißwecke mit Sahnefüllung.

Natalie Wolf

Autor: Natalie Wolf


Natalie haut für die Online Redaktion fleißig in die Tasten und bereichert das Erlebnisgeschenke Magazin mit unterhaltsamen und informativen Texten. Sie liebt es, die Welt zu bereisen und ist sich für nichts zu schade - ganz nach dem Motto: Alles mitnehmen, was geht. Freuen Sie sich auf abwechslungsreiche und fesselnde Beiträge rund um die Themen Schenken und Erleben!

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